19.10.2017

ÖMVV Verbandstag 2017

ÖMVV Verbandstag 2017

Zu dieser Meldung gibt es: 11 Bilder | 2 Dokumente

Pressetext (12517 Zeichen)Plaintext

Unter reger Teilnahme der Mitgliedsclubs fand am Samstag, den 21.Oktober 2017, der Verbandstag des ÖMVV im Rahmen der Classic Expo in Salzburg statt. Neben zahlreichen Vertretern der österreichischen Oldtimerclubs begrüßte ÖMVV Präsident KR Ing. Robert Krickl unter anderem als Gäste, DI Friedrich Forsthuber, Bundesministerium Verkehr, Innovation und Technologie, Vertreter der Kooperationspartner des ÖMVV wie Sven Rabe (VAV Versicherung AG), Werner Widauer GF CASCAR (Classic and Sports Car Assekuradeur GmbH), Bernhard Eder OCC ( OCC – Assekuranzkontor GmbH) und Georg Brown, ÖAMTC Historic.

Die Schwerpunkte des Verbandstags lagen unter anderem auf Impulsvorträgen zu Verbandsthemen im engeren Sinn, wie die neue Kennzeichnung für historische Fahrzeuge mit der § 57a Plakette „Oldtimerpickerl“ welches ab 2018 die klare Kennzeichnung für historische Fahrzeuge sicherstellen wird.

Die Zielsetzung dieser eigenen Kennzeichnung für „historisch“ typisierte Fahrzeuge ist die Erkennbarkeit, die Vermeidung von Kontrollen und behördlichen Erhebungsverfahren im Zusammenhang mit örtlichen Fahrverboten (IG-L Fahrverbote), die österreichweite einheitliche Kennzeichnung, die internationale Anerkennung (erhöhte Rechtssicherheit) und die Aufwertung historischer Fahrzeuge. Damit Hand in Hand geht der 2 Jahres Rhythmus in der § 57a Begutachtung, allfällige Ausnahmen bei Fahrbeschränkungen, die 120 Tage 7 bzw. 60 Tage Regelung für Kraftwagen und Krafträder, das Führen eines einfachen Fahrtenbuches und die Vorlage des Typenscheines bzw. der Einzelgenehmigung im Rahmen der §57a Überprüfung. Eine von Seiten des ÖMVV ausgearbeitete Unterlage FAQs (Frequently asked questions) steht auf der Homepage www.oemvv.at des Verbands zum Download bereit.

Des Weiteren wurden die Aufgaben und Zielsetzungen des „Kuratoriums Historische Mobilität Österreich“ von Mag. Christian Gantner präsentiert, dessen Gründungsmitglieder ÖMVV und AMV gemeinsam mit dem Beirat bestehend aus ÖAMTC, ARBÖ, WKO, KFG und Oldtimer Experten die Beratung und Unterstützung sowie die einheitliche Meinungsbildung in allen Belangen historischer Mobilität in Österreich, verfolgen. Als Beispiele aktueller Aktivitäten wurde die Stellungnahme zum Thema „weitere Kennzeichenformate für historische Kfz“ (KDV-Kraftfahrgesetz – DurchführungsVO)“, die Inhalte notwendiger Verordnungen und Erlässe zur 35. KFG-Novelle, die Ausnahme von historischen LKW von Wochenendfahrverboten, KFZ-Steuer für historische Kfz, die einheitliche Vorgehensweise bei historischen Typisierungen und das Thema „Umgehungsfahrverbote“ genannt

Mag. Wolfgang Eckel präsentierte die neusten internationalen Themen und Entwicklungen im Rahmen der FIVA („Federation internationale Vehicules Anciens“).

Im Rahmen des ÖMVV Versicherungsschwerpunktes gab es von Sven Rabe, VAV zum Thema "VAV Oldtimerversicherung", Bernhard Eder, OCC, zum Thema „Garantie Versicherung“ und Werner Widauer (CASCAR) zum Thema „Allgefahrenversicherung“ interessante Vorträge.

Die pdfs zu den Vorträgen sind auf der ÖMVV-Homepage www.oemvv.at abrufbar.

Im Anschluss folgte dann die Präsentation der Studie von Mag. Christian Schamburek durch Herrn MMag. Robert Sobotka (Telemark-Marketing) „Oldtimer in Österreich – Einstellungen zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung“.

Die Zielsetzung war den Österreichischen Markt für Historische Fahrzeuge in seiner Gesamtheit zu erheben und zu befragen um Daten und Fakten zum Thema bei BesitzerInnen und Freunden historischer Kraftfahrzeuge in Österreich zu erarbeiten.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich und zeigen die Bedeutung und die Wirtschaftskraft der Oldtimer Szene in Österreich. Im Folgenden nur einige Highlights:

Herr und Frau Österreicher lieben Oldtimer. 59% oder 4,2 Millionen freuen sich, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen. 64% sehen Oldtimer als Kulturgut an, das erhalten werden soll und knapp 100.000 Österreicher besitzen einen historischen PKW oder ein Motorrad. Wir sprechen in etwa von 3,7 Milliarden Euro Bestandswerten, die in Österreich in privaten Händen mit Freude gehegt und gepflegt werden um auch zukünftigen Generationen die Geschichte der Mobilität vor Augen führen zu können. Oldtimer sind Zeitzeugen der Geschichte der Mobilität und als solche auch in Zukunft auf Österreichs Straße zu erhalten. Die Erhaltung der Oldtimer soll nicht erschwert, sondern erleichtert werden.

Der typische OldtimerbesitzerIn ist zwischen 40 und 60 Jahren alt, zu 94% männlich und fährt im Jahr mit seinem Gefährt unter 1000km, mit dem Motorrad unter 500km. Wir sprechen von einem zahlenmäßigen Bestand an historischen Automobilen in Relation zum Gesamtbestand von 2,2%. Die Laufleistung der Oldtimer liegt anteilsmäßig um die 0,2% aller gefahrenen Kilometer in Österreich. Historische Fahrzeuge werden selten, achtsam und vorsichtig benutzt.

Die beliebteste Marke ist VW. 35% aller historischen Fahrzeuge sind „historisch“ typisiert. Der durchschnittliche Wert des historischen Automobils in Österreich liegt bei rund 23.000 Euro, bei Motorrädern liegt dieser bei rund 5000 Euro. Etwa 40% des Bestandes der Fahrzeuge liegt bei einem Wert von unter 20.000 Euro.

Leidenschaft verbindet. Die Clubszene ist ein wesentlicher Faktor in der Erhaltung und Pflege historischer Fahrzeuge. Die Clubs stellen einen Wissenspool, eine Plattform für soziale Kontakte, gemeinsame Aktivitäten und Nachwuchspflege dar. Die Mitgliederanzahl lässt sich im Schnitt mit 100 Mitgliedern beziffern. Ein Mitgliedsbeitrag von rund 39 Euro pro Jahr ist erschwinglich, und die Vielfalt an Information und Kommunikation die Clubs ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen, sind ein wesentlicher Beitrag in der Ausübung des Hobbies. Die meisten Oldtimer-Enthusiasten stellen den Genuss in den Vordergrund.

Die Unternehmen der Branche sehen die Zukunft optimistisch, wenn gleich drohende Gesetzesänderungen, die Einschränkung in der Ausübung der Oldtimerei und Schwierigkeiten im Finden geeigneter Nachwuchskräfte doch als kritisch gesehen werden. Die Unternehmen leben primär von heimischen Kunden. 50% der Betriebe erwarten steigende Umsätze. Klein- und Mittelbetriebe, Handwerk und Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung bilden den Kern der Betriebe in der Oldtimerbranche. Die wirtschaftlichen Impulse kommen zum überwiegenden Teil heimischen Unternehmen zugute.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Oldtimerbranche in Österreich wird mit rund 690 Millionen Euro per anno berechnet und setzt sich aus den direkten und indirekten Ausgaben der BesitzerInnen und den im Inland relevanten Käufen und Verkäufen zusammen.

Gerade Tourismusregionen profitieren von den Ausgaben, die im Rahmen der vielen Oldtimer Veranstaltungen für Nächtigungen und Kulinarik getätigt werden.

Der Schulterschluss und das gemeinsame Arbeiten der Oldtimerszene in Österreich stellen die Zukunft unseres rollenden Kulturguts auf Österreichs Straßen sicher. Alle sind aufgerufen in der Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Maßnahmen, die die Erhaltung des Kulturguts Oldtimer gefährdet maßvoll die Relationen der Erhaltung von kulturellen Werten und die tatsächliche Wirkung von Beschränkungen im Auge zu behalten.

Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion unter Teilnahme von DI Friedrich Forsthuber (BMVIT), Georg Brown (ÖAMTC), KR Ing. Robert Krickl (Kuratorium Historische Mobilität Österreich), Martin
Strubreiter (Auto Revue), MMag. Robert Sobotka (Telemark Marktforschung), KR Franz R. Steinbacher (Sachverständiger / Oldtimer Experte) und Mag. Christian Schamburek (Auftraggeber der Studie) unter reger Beteiligung des Auditoriums statt.

Es wurde von allen Seiten bestätigt, dass diese Studie einen wesentlichen Beitrag und eine Wissensbasis für die ganze Oldtimerszene darstellt, und das hier nun vorliegende Ergebnis ein Gesamtbild der Bedeutung historischer Fahrzeuge als rollendes Kulturgut in Österreich zeigt. Betont wurde von Seiten DI Forsthuber (BMVIT), dass aktuell keine Fahrbeschränkungen oder Verschärfungen in Diskussion sind. Eine wesentliche Erkenntnis aus der Studie  war, dass der Anteil der durch Oldtimer gefahrenen Kilometer pro Jahr gemessen an der Gesamtlaufleistung aller in Österreich zugelassenen PKW nur 0,2% beträgt. Historische Fahrzeuge werden aber nicht nur selten, sondern auch achtsam und vorsichtig benutzt. Argumente betreffend die Umweltbelastung, die in Bezug auf historische Fahrzeuge ab und an angeführt werden, sind vor dem Hintergrund dieser geringen Verwendungshäufigkeit zu beurteilen. Demgegenüber ist der immense Mehrwert der Erhaltung unseres rollenden Kulturgutes zu bewerten. 
Ein intensiv diskutiertes Thema war unter anderem die Nachwuchsförderung, einerseits auf Seiten der OldtimerbesitzerInnen aber auch auf Seiten der Fachkräfte in den Unternehmen der Branche. Von den anwesenden Clubvertretern kamen Anregungen und Ideen wie hier gemeinsam mit den Medien, aber auch mit dem Interessenvertretungen wie dem ÖAMTC Aktivitäten wie  - Oldtimer-Probefahrtage, Events wie die Mazda MX5 Trophy oder anderes - verstärkt unterstützt werden sollten. Von Unternehmerseite wurden Beispiele genannt, wie junge Lehrlinge für das Thema Oldtimertechnik zu begeistern wären. Georg Brown (ÖAMTC) wies darauf hin, dass innerhalb der Pannenhilfe, 104 speziell auf das Thema Oldtimertechnik ausgebildete Kräfte zur Verfügung stünden um im Notfall für kompetent zu helfen.
Weitere Themen waren Vergleiche mit anderen Länder wie Großbritannien und Deutschland, Lehrlingsausbildung, Frauenanteil in der Oldtimerszene, Bedeutung und Stellung der Clubs im Rahmen der Jugendförderung und vieles mehr. 
 
Den Bericht zur Studie und alle Vorträge gibt es als Download auf www.oemvv.at

Über den ÖMVV:
Der Österreichische Motor-Veteranen-Verband (ÖMVV) ist der Dachverband für das historische Fahrzeugwesen in Österreich, als solcher die Interessensvertretung der OldtimerbesitzerInnen gegenüber dem Gesetzgeber und Serviceorganisation für seine Verbandsmitglieder. Zurzeit gehören dem ÖMVV 83 Clubs mit zirka 9.000 Mitgliedern an, sowie ÖAMTC und ARBÖ als außerordentliche Mitglieder.
Der ÖMVV ist stimmberechtigtes Mitglied im „Beirat für historische Kraftfahrzeuge“ beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT). Gerade in Zeiten hoher Sensibilität in Fragen der Umwelt, ist die Interessensvertretung der BesitzerInnen historischer Fahrzeuge und die Erhaltung rollenden Kulturgutes von großer Wichtigkeit. Der enge Kontakt mit gesetzgebenden Gremien, Behörden, Politik und Öffentlichkeit auf allen Ebenen und unter Ausnutzung aller Kommunikationskanäle steht daher im Vordergrund um die positive Stimmung für das Oldtimerwesen auch in jüngeren Zielgruppen zu fördern.
Der ÖMVV steht mit internationalen Dachverbänden im laufenden Erfahrungsaustausch, um EU-weite Lösungen zu erreichen und ist gleichzeitig die nationale Autorität des Weltdachverbandes FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) in Österreich.
Die intensive Informationsarbeit des ÖMVV als Dachverband, gilt nicht nur den Clubs, sondern auch verstärkt direkt den Besitzern und Besitzerinnen historischer Kraftfahrzeuge. Auf diese Weise sollen Personen, die noch keinem Club angehören, für die Verbandsmitglieder interessiert und an die österreichische Clubszene
herangeführt werden.
Zudem ist der ÖMVV neben dem AMV (Arbeitsgemeinschaft für Motorveteranen) Gründungsmitglied des „Kuratorium Historische Mobilität Österreich" - einer Plattform aller Interessenvertretungen zur einheitlichen Meinungsbildung in allen Belangen historischer Mobilität in Österreich.

Über die FIVA:
Die FIVA („Fédération Internationale des Véhicules Anciens“) wurde vor fast 50 Jahren als Weltorganisation zur Wahrung der Interessen von Oldtimerbegeisterten gegründet. Sie ist eine nicht gewinnorientierte Organisation mit Sitz in Frankreich und Mitgliedern in über 60 Ländern auf allen Kontinenten. Mitglieder der FIVA sind die nationalen Organisationen, die sich dem Erhalt des kraftfahrtechnischen Erbes in ihrem Heimatland widmen. Diese Verbände von Oldtimerclubs repräsentieren rund 1,5 Millionen Menschen. Ihr gemeinsames Ziel ist der Erhalt der historischen Fahrzeuge, die sie so schätzen, und deren gelegentliche Nutzung für ihren eigentlichen Daseinszweck: Den Spaß am Fahren! Daher lautet das FIVA-Motto: Fahrzeuge von gestern auf den Straßen von morgen.

Oktober, 2017

Kontakt:
CSC christian schamburek communication & consulting
Mag. Christian Schamburek
Leopold Gattringer Straße 55
2345 Brunn am Gebirge
Mobil: +43/664/ 620 11 10
c.schamburek@csc-communication.com
 
Alle Inhalte dieser Meldung als .zip: Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder

3 840 x 2 160
Cover Studie
591 x 840
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
5 472 x 3 648
ÖMVV Verbandstag 2017
5 472 x 3 648
ÖMVV Verbandstag 2017
3 840 x 2 160
ÖMVV Verbandstag 2017
5 472 x 3 648


Kontakt

Mag. Christian Schamburek

Leopold Gattringer Straße 55
A-2345 Brunn am Gebirge 

Mobil: +43 (0) 664 620 11 10
Email: c.schamburek@csc-communication.com 
Web: www.csc-communication.com

ÖMVV Verbandstag 2017 (. jpg )

Maße Größe
Original 3840 x 2160 2,1 MB
Medium 1200 x 675 80,9 KB
Small 600 x 337 28,6 KB
Custom x

Pressetext ÖMVV Verbandstag 2017

.pdf 593,5 KB

Bericht zur Studie "Oldtimer in Österreich"

.pdf 17,5 MB